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Merkelzell-Karzinom

Was ist ein Merkelzell-Karzinom?

Das Merkelzell-Karzinom ist ein sehr seltener, bösartiger Hauttumor, der von den Merkelzellen (Zellen für Vibrationsempfinden) ausgeht und metastasieren kann. Das Merkelzell-Karzinom ist häufig an den Extremitäten (Arme und Beine) und am Kopf (auch im Bereich der Augenlider und Augenbrauen) lokalisiert. Die Lokalisation am Rumpf ist selten. Das Durchschnittsalter der Patienten, bei denen ein Merkelzell-Karzinom auftritt liegt in Mitteleuropa bei ca. 70 Jahren. Männer und Frauen erkranken ungefähr gleich häufig.

 

Wie sieht ein Merkelzell-Karzinom der Haut aus?

In der Frühphase ist häufig nur ein kleiner rötlicher bis tiefblauer, derber Knoten, meist von ca. 1-2 cm Durchmesser, zu erkennen. Häufig wird das Merkelzell-Karzinom von kleineren Blutgefäßen durchzogen. In der Spätphase können große Knotenkonglomerate mit eisbergartiger Verbreiterung in die Tiefe entstehen. Dann kommt es auch häufig zu Ulzerationen (Geschwürbildung).

 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Oftmals ist zur Sicherung der Diagnose die operative Entfernung des Merkelzell-Karzinoms mit anschließender histologischer Untersuchung (Immunhistologie) notwendig, um die für das Merkelzell-Karzinom charakteristischen Strukturen darzustellen (Färbung mit neuronenspezifischer Enolase, Zytokeratin 20 positiv, Neurofilamente positiv). Im Elektronenmikroskop kann man typische Merkelzell-Granula in den Hautveränderungen nachweisen.

 

Wie wird das Merkelzell-Karzinom behandelt?

Es erfolgt so schnell wie möglich die sofortige und vollständige Exzision (operative Entfernung) des Hauttumors. Gegebenenfalls muss ein vom Arzt festgelegter Sicherheitsabstand eingehalten werden. Da es sich bei dem Merkelzell-Karzinom um einen bösartigen Tumor handelt, sollte in jedem Fall eine Durchuntersuchung des Patienten (Röntgenthorax, Abdomensonographie, evtl. Computertomographie) erfolgen. Wenn keine Tochtergeschwülste (Metastasen) nachweisbar sind, erfolgt eine engmaschige Nachsorge des Patienten (im ersten Jahr alle 3 Monate, dann halbjährliche klinische Untersuchungen mit Röntgenthorax). Bei fortgeschrittenen Tumoren kann eine Strahlentherapie oder Chemotherapie in Erwägung gezogen werden.

 

Wie ist die Prognose des Merkelzell-Karzinoms?

In 50% der Fälle kommt es nach Exzision eines Merkelzell-Karzinoms zu Lokalrezidiven. Die Letalität (Verhältnis zwischen Zahl der Verstorbenen und Zahl der Neuerkrankten) durch Metastasierung beträgt 25%.

Dieser Beitrag wurde von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit dem Institut für Klinische und Experimentelle Dermatologie sowie der Fortbildungsakademie Rhein-Ruhr erstellt.