Prävention > Hautschäden durch UV-Strahlung

Hautschäden durch UV-Strahlung

Was ist Sonnenlicht?

Das Spektrum elektromagnetischer Wellen, die von der Sonne zur Erdoberfläche gelangen, reicht von Wellenlängen von ungefähr 290 nm über die Regionen des UV- und sichtbaren Lichtes bis weit in den Infrarotbereich hinein. Als ultraviolett (UV) bezeichnet man Licht mit Wellenlängen im Bereich von 10 bis 400 nm. Diesen großen Bereich unterteilt man in UVA (320-400 nm), das z.B. in Solarien für die Bräunung sorgt, UVB (280-320 nm), das Sonnenbrand verursachen kann und UVC (200-280 nm). Die energiereichen UVC-Strahlen sind die wirksamsten Verursacher von Sonnenbrand. Sie kommen normalerweise an der Erdoberfläche nicht vor, weil sie von der Ozonschicht der Atmosphäre weitgehend herausgefiltert werden. Einfluss auf unsere Haut hat vor allem das mittel- und langwellige UV-Licht. Licht der Wellenlänge von 290 - 320 nm wird als UVB ("Sonnenbrandsprektrum"), Wellenlängen von 320 - 400 nm als UVA ("Bräunungsspektrum") bezeichnet.
 


Wie sehen Veränderungen der Haut aus, die durch Sonnenlicht verursacht werden - wie wird die Diagnose gestellt?

Chronische UV-Exposition ist der wichtigste Faktor für Alterungsvorgänge unserer Haut. Ausgeprägte chronische UV-Schäden ("Landmanns- bzw. Seemannshaut") treten umso früher und intensiver auf, je hellhäutiger der betroffene Mensch und umso größer die Sonnenbelastung, aber auch je häufiger Solarienbesuche sind. Bei dunkelhäutigen Menschen sind chronische UV-Schäden seltener und geringfügiger ausgeprägt. Die auffälligste und häufigste Veränderung ist die Elastosis cutis. Die Haut wird hierbei schlaff, faltig und gefeldert, nimmt insbesondere an Wangen, Stirn und Hals eine pflastersteinartige Textur an. Besonders ausgeprägt ist diese Furchung im Bereich des Nackens (Cutis rhomboidalis nuchae). Finden sich zu diesen Veränderungen zusätzlich Komedonen (Mitesser) und gelbliche Einlagerungen, so spricht man insbesondere am Augenaußenwinkel von einem Morbus Favre-Racouchot. Des Weiteren kann die Haut atroph (zigarettenpapierartig gefältelt) und von kleinen Blutgefäßen (Teleangiektasien) durchsetzt sein. Oft kommt es auch im Bereich des Dekolletés und Halses zu diffusen Rotverfärbungen mit Hervortreten der Haarfollikeln (Erythrosis interfollicularis colli). Es kann des Weiteren zu Hell- oder Dunkelverfärbungen (Hyper- oder Hypopigmentierungen) sowie zu kleinen sternartigen Pigmentverschiebungen (Pseudonarben) kommen. Die wichtigste Folge der chronischen Sonnenexposition ist jedoch die UV-induzierte Karzinogenese, deren Folgen aktinische Keratosen, aktinische Cheilitis, UV-induzierte Plattenepithelkarzinome, Basalzell-Karzinome oder sogar maligne Melanome sind. Die Diagnose von Hautveränderungen, die durch Sonnenlicht verursacht wurden, wird vom Hautarzt durch Auswertung der typischen klinischen Erscheinung und ggf. durch Auswertung von Gewebeproben aus den betroffenen Arealen gestellt..
 

 

Wie werden Hautschäden behandelt, die durch Sonnenlicht verursacht wurden?

Je früher Hautschäden durch Sonneneinwirkung von Patient und Arzt erkannt werden, desto größer ist die Heilungschance bzw. der Behandlungserfolg. Je nach Art und Ausmaß der aufgetretenen Hautschäden werden u.a. Behandlungen mit Salben, Peeling, Lasertherapie oder operative Verfahren (Kryochirurgie, Dermabrasio, Face-lifting, Anhebung der Augenbrauen etc.) angewendet. Präkanzerosen und hautkrebsverdächtige Hautveränderungen sollten immer von einem Dermatologen untersucht werden. Mit Gewebeproben lässt sich die Bösartigkeit der Hautveränderungen anhand histologischer Untersuchungen sicher feststellen. Bei Hautkrebsvorstufen und malignen Hauttumoren werden in der Regel operative Maßnahmen empfohlen (s.a. Krankheitsbilder).
 
Was können Sie tun, um sich vor Hautschäden zu schützen, die durch Sonnenlicht verursacht werden?

  • Lassen Sie sich von einem Hautarzt zum Thema Hautalterung und Ihrem Hauttyp beraten!
  • Beobachten und pflegen Sie Ihre Haut und gehen Sie zu einem Hautarzt, wenn Sie Veränderungen feststellen!
  • Nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen der Haut wahr, die von Hautärzten durchgeführt werden!
  • Verwenden Sie Sonnenschutzprodukte, die Ihrem Hauttyp und dem jeweiligen UV-Index angepasst sind, bevor Sie sich Sonnenbädern aussetzen!
  • Praktizieren Sie "Safer Sun" (Schatten aufsuchen) und meiden Sie Sonne während der Mittagszeit (50 Prozent der UV-Tagesgesamtdosis werden zwischen 11 und 14 Uhr abgestrahlt)!
  • Beachten Sie, dass auch bei bedecktem Himmel, im Strandkorb oder unter Sonnenschirmen, UV-Strahlung aufgrund von Streuung und Reflektion wirkt!
  • Bedecken Sie die Haut mit Kleidung (am besten mit ausgewiesenem UV-Schutz) und benutzen Sie gerade zu Beginn der Saison Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.